Kosmonaut im Farbsternregen

Ausgedrueckte Eindruecke

Ist Faehigkeit zur Rast Freiheit, und ist erzwungene Rast Unfreiheit? Februar 21, 2009

Einsortiert unter: Dies und Das — Sebastian @ 3:58 vormittags
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img_82451Wenn selbst Kerouacs Held Sal Paradise in “Unterwegs” an der Freiheit scheitert, wie kann der Mensch sie dann erreichen – oder besser: Was ist Freiheit? “Unterwegs” lebt nicht davon eine Anleitung zur Freitheit zur sein sondern zieht Kraft vom Willen zur Freiheit als Weg zu ihr. Sal in staendiger Unrast, reist vom Westen nach Osten, vom Osten nach Westen – ist Vorbild und Hoffnung einer neuen Generation und scheitert doch an seinem eigenen Anspruch. Der Daumen ist mehr Not als Tugend, zu oft nimmt er traurig den Bus. Er wirkt hilf- und orientierungslos in seiner Suche, zweifelt an sich selbst, ist unzufrieden mit seinem Weg – er klagt ihn nicht finden zu koennen. So hastet er der Freiheit, dem Wahnsinn dem Chaos in Person Dean Moriatys hinterher, schliesst am Scheideweg sogar bedingungslose Freundschaft mit ihm, scheitert am Ende aber doch und laesst seinen Traum auf dem Weg zu einem Duke Ellington Konzert auf der Strasse stehen. Dean ist ein Geist, ein Ziel das keiner in Kerouac’s Werk erreicht. In diesem Sinne wird zum Ende immer unklarer ob diese Person um mehr als ein Wunschtraum existent ist. Sie verkoerpert auch die Konsequenz bedingungsloser Freiheit des Menschen die am Ende dann doch keine mehr ist, es sei denn, der Mensch wuerde seine eigene Natur verraten. So hinterlaesst Dean ein wuestes Feld von Trauer, Verzweiflung, Sehnsuch, Unrast aber auch gottaehnlicher Sinnbildung von der sich die anderen Figuren, teils resignierend, abwenden. In diesem Sinne kann man “Unterwegs” als Bestaerkung der Gedanken Erich Fromms in “Die Furcht vor der Freiheit” verstehen.
So bleibt, dass die Moeglichkeit der Wahl zusammen mit der Faehigkeit zur Rast Freiheit bedeuten kann und die Unmoeglichkeit der Wahl oder Unrast ein Gefuehl der Unfreiheit nach sich zieht.

 

Rast und Unrast Februar 13, 2009

Einsortiert unter: Zitate — Sebastian @ 9:05 nachmittags
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“Jetzt sieh dir die Leute da vorne an. Sie machen sich Sorgen, sie zaehlen die Meilen, ueberlegen sich, wo sie heute Nacht schlafen werden, wieviel Benzin sie sich leisten koennen, wie das Wetter wird, ob sie gut ankommen werden – und dabei kommen sie doch ganz von selber an, nicht wahr? Aber sie muessen sich Sorgen machen und die Zeit verraten mit falschen Dringlichkeiten, aus winselnder Angst, ihre Seelen werden nie Frieden finden, ehe sie nicht einen Grund zu echter, handfester Sorge entdeckt haben, und kaum haben sie den Grund gefunden, machen sie auch das passende Gesicht dazu und laufen damit herum, ein unglueckliches Gesicht, wie du siehst, und die ganze Zeit fliegt das alles an ihnen vorbei, und sie wissen es, und auch das macht ihnen Sorge ohne Ende.” (Dean Moriaty in Jack Kerouac “Unterwegs”)

 

 
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