Kosmonaut im Farbsternregen

Ausgedrueckte Eindruecke

Die Reise geht weiter Januar 4, 2010

Einsortiert unter: Eindruecke,Tagebuch — Sebastian @ 6:37 nachmittags
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“Guten Tag, Drogenkontrolle, kommen Sie mal bitte her. Pass!? Wo kommen sie denn her? – Ah, interessant! Und mit Drogen in Beruehrung gekommen? Hm. Packen Sie mal den Rucksack aus!” – Willkommen in Deutschland. Flughafen Tegel, Berlin. Ich bin zurueck.

Dunkle Wolken, die letzten Sonnenstrahlen erwaermen die Haeuser der Stadt. Magisches Licht. Fotografen rennen wie aufgezogen mit grossen Augen und grossen Kameras durch sie hindurch – klick! Kalter Sommerregen, Bar, Minimal Elektronika. Gewitterguss, ein jaehes Ende des Wochenendes, die Menschen stroemen durch den Regen. Die Polizei bewahrt rauchend die Haltung und stroemt mit. Der Regen kuehlt meinen immer noch aus Caracas aufgeheizten Koerper ab. Grinse. Welch Willkommenswetter, es koennte charakteristischer nicht sein. Nicht symbolisch, denn ich freue mich wieder in Berlin zu sein. Ein gutes Gefuehl – das zu fuehlen.
Flugzeuge sind seltsame Dinger. Sie wechseln Theaterkulissen und konfrontieren die Schauspieler mit den neuen Bildern, in der gleichen Welt, in der gleichen Zeit, mit dem globalen Resultat einer langen Metamorphose von den konvergierenden, ineinanderschmelzenden Kraeften die die Menschen antreiben. Die Welt ist unendlich gross, sie wird kulturell kleiner, Flugzeuge machen sie noch kleiner. Zwei haben mich wieder zurueck nach Europa teleportiert, mich wieder an eine andere Stelle der Erde versetzt, in Bruchteilen von Zeit, die, wie sollte es das Laecheln der Umstaende auch anders wollen, im Flug langsam, aber schneller als im Fluge vergeht, denn ich habe mich ueber den Wolken in diesen unbequemen Iberiasitzen mit ihr bewegt.

Die letzten sieben Monate bin ich grob geschaetzt 42.000 Kilometer gereist, habe rund 560 Stunden dafuer in Bussen, Flugzeugen, Autos und auf Booten gesessen und einen kleinen Teil zu Fuss bewaeltigt. Was jetzt? Streife am Montag durch Berlin, gehe von der S-Bahn Station Treptower Park zur Niederbarnimstrasse zu Fuss. Die Sonne kommt raus. Es hat sich seltsam wenig veraendert. Es gibt ein paar neue Bars ein paar neue Restaurants, aber viel Streetart wurde noch nicht ueberklebt und die O2 World steht immer noch da und blendet meinen gierigen Blick zum Fernsehturm von der Warschauer Bruecke. Die Menschen auf den Strassen gucken verkniffen, waehrend sie auf den Gehwegen im Schatten der Haeuser wie aufgezogen entlangstreifen. Warum? Wirtschaftskrise. Sinnkrise? Irgendeine andere Krise? So viel Krise kann gar nicht sein. Vielleicht ist das der Gesichtsausdruck zur Zielstrebigkeit, der Ausdruck absoluter Organisation, jener Deutschen mit der ich von den Menschen in Suedamerika so oft respekt- ja sogar ehrfurchtsvoll konfrontiert worden bin. Ja und sowieso sollten wir laechelnder durch die Strassen laufen und stolz sein, auf dies und jenes. Der oft grundlose Verdruss, nicht das es keine Antworten gebe wo dieser herkommt, wirkt tragisch, das Selbstbild verzerrt. Viele Menschen in Suedamerika gucken auf zu den Menschen in Deutschland, und nicht nur weil wir grosse Autos bauen, sondern auch, weil hier auch sonst alles so gut zu funktionieren scheint. Nur von aussen betrachtet? Und in uns drin? Was ist entscheidend? Auch, weil wir eigentlich ziemlich toll sind, es aber leider nicht merken, uns selber in einen anderen Bezugsrahmen pressen, oder gepresst fuehlen, dessen Realitaet und Wesen mir nicht klar ist und darum aus den Moeglichkeiten uns selbst zu gestalten, als Individuum und als Gruppe zu wenig machen. Die Menschen sollten, auch wenn es manchmal im Sommer an Sonntagen ganz kalt regnet, ihr eigenes Glueck lernen auch als solches wahrzunehmen. Oder anders, all die Moeglichkeiten das Leben in Deutschland gluecklich zu leben erkennen und sie beim Schopfe packen, so wie alles andere hier beim Schopfe gepackt wird. Achtung! – Fertig?! – Los!

Fusion. Und wie! Wieder raus aus der einfachen Lebensfuehrung in die Welt abstrakter Probleme, hier kommuniziert durch Musik. So genannte Zivilisationskrankheiten, Nachrichtenwelt, wir gehen verloren! Zurueck in gottlose Verfehlungen – verlorene Menschen in der modernen Zivilisation – in all das spannende Chaos, in dem wir alle unterzugehen scheinen und dann unter der Oberflaeche weiterschwimmen – ohne Halt, wie im Rausch. Rausch, RaUSch, RAUSCH! Was bestimmt unser Leben?
Ich bin wieder zurueck in einer schwebenden, fliegenden, huepfenden, suchenden Welt. Kollektiver Trance?! Kein Problem! Oder doch? Was Religion hier nicht mehr vermag zu vermitteln, wird durch Konsum von Massen und Musik ersetzt. Und ich mag es – dieses bunt-krabbelnde endlose Allerlei! Menschen brauchen in Deutschland und dem westlichen Europa meist keine glaubensgestuetzte Erloesung von Bauchschmerzen durch Hunger. Sie brauchen Konzepte, wie man wieder auf den Boden landen kann, weg vom entfremdenden Konsum, hin zu Traumwelten und Kollektivritualen. Ist das Flucht? Nein, vielleicht – egal! Der Mensch hat noch nie durch Konsistenz seiner eigenen Beduerfnisse, seines eigenen Wollens und Handelns geglaenzt. Nehmen wir es einfach an und machen das Beste draus. Prioritaet, Blick – Sehen, Entspannung, Spannung – Loslassen! Verantwortung, Durchblick, Nebel, Augen zu, unsichere Sicherheit, unwichtige Wichtigkeiten – wichtige Unwichtigkeiten – und erstmal, TANZen!
Welten sind so unterschiedlich. Jeder Versuch die Lebensweisen in ihnen in Beziehung zu setzen scheitert zwangslaeufig. Das ist in Ordnung, nur sollte man sich der Existenz anderer Welten im hier und jetzt bewusst sein um das eigene Wirken und Wandeln einordnen zu koennen. Zeigefinger runter und ab nach vorne!

Die Reise geht weiter, all dem Fernweh, der Sehnsucht, den Traeumen entgegen …

 

Sachen die ich vermissen werde, und die ich nicht vermissen werde Januar 4, 2010

Einsortiert unter: Eindruecke — Sebastian @ 3:40 nachmittags
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Vermissen?

  • Asado
  • “Taxi?”
  • die ehrliche Herzlichkeit der Menschen
  • unberuehrte Natur
  • Chilenisches Trampen
  • die Abwesenheit von Krankheiten “moderner” Zivilisation
  • Fruechte
  • Sternenhimmel
  • nicht mit der und um Zeit kaempfen zu muessen
  • das Gefuehl befriedigtem Fernwehs
  • Venezolanische por puesto Gangstertaxis

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Nicht vermissen?

  • Pollo y arroz
  • “Taxi?”
  • Grenzen
  • Bolivianische und Venezuelanische Polizisten
  • Sextouristen
  • Suedamerikanisches Verhaeltnis zu Autos
  • Chilenische Kassenbons
  • Verrueckte “Religioesitaet”

(Eine rein deutsche Anmerkung: Die Reihenfolge spiegelt keine Praeferenzordnung wieder.) Willkommen zurueck!

 

Zurueck nach Europa Januar 4, 2010

Einsortiert unter: Tagebuch — Sebastian @ 3:38 nachmittags
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Die letzten Kilometer ziehen sich. Das naechste Ziel sind die touristischen Kuestenorte vor dem parque nacional Henry Pittier in der Naehe von Maracay, rund hundert Kilometer vor Caracas. Also Rucksack wieder auf den Ruecken und ab zum Busterminal in Coro. Nach einiger Zeit bekomme ich wieder ein von mir geliebtes por puesto Superauto und rase erst Richtung Valencia, der Stadt Nummer zwei in Venezuela und dann mit dem Bus von dort aus weiter nach Maracay. Bevor ich weiter Richtung Choroní darf, gerate ich am terminal noch in einer Polizeikontrolle die noch etwas Geld fuer das abendliche Bier sucht. Etwas enttaeuscht aber laechelnd lassen sie mich dann doch in den Bus, der  ueber den Pass zum Wasser fahren soll,  steigen. Im Bus treffe ich ein paar Leute von einer Band aus Maracay. Die Jungs von Jahure laden mich in ihr Haus ein und es werden ein paar schoene Karibiktage zwischen Videodreh, Puerto Colombia und Choroní. Fahre nach dem Wochenende mit einem Boot noch einen Strand nach Chuao weiter, schlafe an dem Palmenstrand neben einem alten Opa, der auf seinem Acid-Flash nicht klar kommt und duese am naechsten Tag mit einem anderen zurueck um den Campingplatz zu suchen, den mir am Strand ein Chilene und eine Amerikanerin empfohlen haben. Die letzten Tage bevor es dann nach Caracas, meiner letzten Station auf dem Kontinent, gehen soll, entpuppen sich noch einmal als paradiesisch. Henri, ein Venezolaner mittleren Alters aus den Bergen in der Naehe von Mérida, der hier den Campingplatz fuehrt, weil er einfach auch mal die Küste kennenlernen wollte, ist der perfekte Typ fuer die Situation. Ich baumel, nachdem es mir in meinem Zelt etwas zu hart wurde, in meiner Haengematte unter dem Strohdach, welches er mit Hilfe grosser Baumstaemme mitten auf dem Platz aufgespannt hat, hin und her. Henri kommt ab und zu vorbei und bringt ein paar Sachen zu essen vorbei, wechselt wieder einmal die CD in dem klapprigen Spieler neben mir, dem ich nie einen Ton zu entlocken vermag, oder kommandiert die bunte Haustiermischung, bestehend aus einer Katze, zwei Hunden und einer Ente, wieder einmal von der Plattform herunter. Wenn es nicht gerade mal wieder unmoeglich ist aus der Haengematte zu kriechen und sich der Blick nicht zwischen ein paar einsamen Baumgiganten und den dahinter sich auftuermenden Bergen des Passes verliert, organisiere ich mir eine Uebernachtungsmoeglichkeit fuer Caracas oder bade hinter der Abzaeunung des Platzes unter den riesigen Bambuspflanzen und dem Mangobaum im kuehlen Fluss.
Doch irgendwann sitz ich dann doch auf dem Weg nach Caracas – Caracas das unbaendige Monster eine Metropole, die sich, wenn man den Menschen glaubt, gerade selbst auffrisst. Gewalt, soziale Polarisierung und Chavez. Patria, socialismo o muerte – fuer zu viele Venezolaner steht das letztere gerade an erster Stelle. Zum Glueck habe ich mal wieder mit meinem CS Host einen Volltreffer gelandet. Guillermo wohnt mit seiner Familie weit ab von allem Elend, welches sich in der Stadt wie ein Geschwuer ueber die Huegel frisst. Nach einem Theaterabend Guillermos kleiner Schwester in der Privatschule um die Ecke, feiert seine Couisine im Haus am Freitagabend vor meiner Abreise Geburtstag. Ich war erst ein wenig skeptisch und doch finde ich mich jetzt unter dem Gezwitscher der Voegel, die in den Bueschen neben dem Bach, der von den Bergen kommend sich zwischen den Haeusern hindurchschlaengelt, rumspringen, im Morgengrauen die letzten Glaeser Venezolanischen Rum geniessend, auf einem Stuhl vor einem Haufen ebenso betrunkener Venezolaner wieder, deren Fragen wie ein Gewitter auf mich einprasseln. Lege mich dann aber doch noch zwei Stunden hin und versuche danach irgendwie den ganzen, uebrall im Zimmer verteilten, Kram hektisch in meinen Rucksack zu stopfen. Guillermos Tante faehrt mich zur Station des Flughafenbusses. Sie hatte sich vorher extra noch erkundigt, wie viel ich an Ausreisesteuer zahlen muss. Durchsehen tue ich nicht mehr, auch deshalb habe ich nicht alles Geld vorher ausgegeben. Der Bus ist subventioniert und der Fahrer traegt Parteiuniform. Nervoes tippel ich vor dem Hotel hin und her vor dem er abfahren soll. Ich bin der einzige und doch setzt sich der Bus irgendwann in Bewegung – Geld fuer ein Taxi haette ich nicht mehr gehabt. Ich rolle mit meinem Grossraumtaxi auf der Strasse Richtung Kueste durch die endlosen Slums auf den Huegeln in und um Caracas, betend, dass der Bus doch bitte keine Panne haben soll.  Vorbei an riesiger, ueber mehrere Armenhuetten gepinselter Maggi-Werbung, geht es fast nur abwaerts. Wir rollen an mehreren Auslaufpisten vorbei, die bestimmt hilfreich sind, wenn die Bremsen heiss laufen. Mein Gefaehrt ist jedoch im Gegensatz zu vielen anderen auf der Strasse nagelneu und so taucht schon bald wieder die Karibik vor mir auf und nach einem kleineren Stau, den ich auf meinem Stuhl hin und her rutschend fast nicht ertrage, steh ich mit meinem Rucksack in der Eingangshalle des Símon Bolívar International Airport.
Gigantische, sich ineinander verknotende, Warteschlangen bilden ein Labyrinth. Ueberall steht die Armee und zeigt auch hier Praesenz. Die Soldaten scheinen alle in der Ausbildung zu sein – jedenfalls sind alle einen Kopf kleiner, was man vom durchschnittlichen Venezolaner nicht behaupten kann, und sehen ziemlich jung aus.  Aber das hindert die Jungs nicht auch mich, neben all den anderen Fluggaesten, meinen Pass vorzeigen zu lassen nachdem ich dann nach einer Weile meine Schlange gefunden hatte. Interessiert sind sie, mehr nicht. Die Uhr rennt und ich frage mich besorgt, wie ich den Flug noch bekommen soll. Aber alle um mich herum wollen wohl in das gleiche Flugzeug. Und so kommt es, wie es kommen muss – der Flieger soll fuenf Stunden verspaetet losfliegen. Rechne kurz – der Flieger von Madrid nach Berlin wird ohne mich starten. Ausserdem muss ich noch zusaetzliche fuenfzig Dollar Uebergepaeckszuschlag bezahlen. Zum ersten Mal ist mir der Wechselkurs hilfreich. Auch die tasa aeroportuaria international von 137,50 Bolívar kann ich noch bezahlen, denn zum Glueck muss ich den impuesto de salida von noch einmal 110 nicht zahlen. Stunden spaeter werde ich noch einmal von den Militaers kurz vor dem Flugzeug aus der Schlange gezogen – sie sind wohl an meinem Hut interessiert. Nachdem alle ihn einmal auf dem Kopf hatten und mein Rucksack die laessig-strengen Blicke passiert hat, quetsche auch ich mich in die unglaublich engen Sitze der Iberia Maschine. Eingeklemmt wie in einem Bolivianischen micro segel ich wenig spaeter dem Sonnenuntergang entgegen Richtung Westen …

Doch irgendwann sitz ich dann doch auf dem Weg nach Caracas, Caracas den unbaendigen Monster eine Metropole, die sich, wenn man den Menschen glaubt, gerade selber auffrisst. Gewalt, soziale Polarisierung und Chavez. Patria, socialismo o muerte – fuer zu viele Venezuelaner ist steht das letztere gerade an erster Stelle. Zum Glueck habe ich mal wieder mit meinem CS Host einen Volltreffer gelandet. Guillermo wohnt mit seiner Familie weit ab von allem Elend, welches sich in der Stadt wie ein Geschwuehr ueber die Huegel frisst. Nach einem Theaterabend Guillermo’s kleiner Schwester in der Privatschule um die Ecke feiert seine Cuisine im Haus am Freitag Abend vor meiner Abreise Geburtstag. Ich war erst ein wenig skeptisch und doch finde ich mich jetzt unter dem Gezwitscher der Voegel, die in den Bueschen neben dem Bach, der von den Bergen kommend sich zwischen den Haeusern hindurchschlaengelt, im Morgengrauen die letzten Glaeser Venezuelanischen Rum geniessend, auf einem Stuhl vor einem Haufen ebenso betrunkener Venezolaner wieder, deren Fragen wie ein Gewitter auf mich einprasseln. Lege mich dann aber doch noch zwei Stunden hin. Guillermos Tante faehrt mich zur naechsten Station des Flughafenbuses. Sie hatte sich vorher extra noch erkundigt, wieviel ich an Ausreisesteuer zahlen muss. Durchsehen tue ich nicht, auch deshalb habe ich nicht alles Geld vorher ausgegeben. Der Bus ist subventioniert und der Fahrer traegt Parteiuniform. Nervoes tippel ich vor dem Hotel hin und her vor dem er abfahren soll. Ich bin der einzige und doch setzt sich der Bus irgendwann in Bewegung – Geld fuer ein Taxi haette ich nicht mehr gehabt. Ich rolle mit meinem Grossraumtaxi auf der Strasse Richtung Kueste durch die endlosen Slums auf den Huegeln um und in Caracas, betend, dass der Bus kein Panne haben soll. Es geht fast nur abwaerts. Wir rollen an mehreren Auslaufpisten vorbei, die bestimmt hilfreich sind, wenn die Bremsen heiss laufen. Mein Gefaehrt ist jedoch zu vielen anderen auf der Strasse nagelneu und so taucht schon bald wieder die Karibik vor mir auf und nach einem kleineren Stau, den ich auf meinem Stuhl hin und her rutschend fast nicht ertrage, steh ich mit meinem Rucksack in der Eingangshalle des Símon Bolivar International Airport.

Gigantische sich ineinander verknotende Warteschlangen bilden ein Labyrinth. Ueberall steht die Armee und zeigt auch hier Praesenz. Die Soldaten scheinen alle in der Ausbildung zu sein – jedenfalls sind alle einen Kopf kleiner, was man vom durchschnittlichen Venezolaner nicht behaupten kann, und sehen ziemlich jung aus.  Aber das hindert sie Jungs nicht auch mich, neben all den anderen Fluggaesten, meinen Pass vorzeigen zu lassen nachdem ich dann nach einer Weile meine Schlange gefunen hatte. Interessiert sich sie, mehr nicht. Die Uhr rennt und ich frage mich besorgt, wie ich den Flug noch bekommen soll. Aber alle um mich herum wollen wohl in das gleiche Flugzeug. Und so kommt es, wie es kommen muss, der Flieger soll fuenf Stunden verspaetet losfliegen. Rechne kurz – der Flieger von Madrid nach Berlin wird ohne mich starten. Ausserdem muss ich noch zusaetzliche fuenfzig Dollar Uebergepaeckszuschlag beszahlen. Zum ersten Mal ist mir der Wechselkurs hilfreich. Auch die tasa aeroportuaria international von 137,50 Bolivar kann ich noch bezahlen, denn zum Glueck muss ich den impuesto de salida von noch einmal 110 nicht zahlen. Stunden spaeter werde ich noch einmal von den Militaers kurz vor dem Flugzeug aus der Schlange gezogen – sie sind wohl an meienm Hut interessiert, denn ich bin der einzige. Nachdem alle ihn einmal auf dem Kopf hatten und mein Rucksack die laessigen strengen Blicke passiert hat, quetsche auch ich mich in die unglaublich engen Sitze der Iberia Maschine. Eingeklemmt wie in einem Bolivianischen micro segel ich wenig spaeter dem Sonnenuntergang entgegen…

 

 
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